26. Juni, Tag gegen Folter

Foto: Privat

Am 26. Juni jährt sich der Internationale Tag gegen Folter, den die Vereinten Nationen 1997 ( vor 20 Jahren!) ins Leben gerufen haben. Folter ist nicht nur eine Randerscheinung oder gar Geschichte. Folter ist aktuell, auch heute noch!

Die Statistiken sind schockierend: Aus mehr als 150 Ländern liegen Berichte über Folterungen oder Misshandlungen durch Angehörige staatlicher Stellen vor. In über 70 Ländern wird systematisch gefoltert. In weiteren 80 Ländern wird immer wieder misshandelt und gefoltert. Folter ist jedoch nach eindeutiger Rechtslage auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene absolut verboten. Dokumentiert ist dies auch im Jahresbericht „Amnesty International Report 2016/17“ , der gerade Ende Mai erschienen ist.

Traditionell steht die Amnesty-Gruppe 1165 an diesem Nachmittag in der Wiesbadener Fußgängerzone (Mauritiusplatz) und informiert zu diesem Thema. Kommen Sie vorbei und geben Sie uns Ihre Unterschrift!

Amnesty veröffentlicht Satellitenbilder aus Aleppo, Syrien

Die US-amerikanische Sektion von Amnesty International hat am Montag Satellitenbilder von Aleppo und Umgebung veröffentlicht. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass auch in Wohngebieten der syrischen Stadt verstärkt schwere Waffen eingesetzt werden. Auf Fotos der Kleinstadt Anadan in der Nähe von Aleppo sind mehr als 600 Einschläge zu sehen, die vermutlich von Granaten stammen. Sie lassen auf heftige Gefechte zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Oppositionsgruppen schließen.

Ein Satellitenbild vom 31. Juli 2012 zeigt Krater in der Nähe einer Wohnsiedlung in Anadan. Sie dürften von schwerer Artillerie stammen. Amnesty befürchtet, dass es beim Einsatz schwerer Waffen zu weiteren Menschenrechtsverletzungen in den Wohngebieten von Aleppo kommen wird.

Mehr zu den Bildern und der Pressemitteilung von Amnesty International USA
> Satellite Images from Escalating Syrian Conflict Are Reason for Concern

Folter und Repression in Syrien

„Jede Demonstration, die ich in Aleppo beobachtete, endete damit, dass Sicherheitskräfte das Feuer auf die friedlichen Demonstranten eröffneten“. Das berichtet Donatella Rovera, unsere Amnesty-Expertin für Krisengebiete, die sich Ende Mai in Aleppo aufhielt und vor Ort recherchierte.

Am Mittwoch veröffentlichte Amnesty den jüngsten Bericht zu Syrien, der das Ausmaß der Gewalt im dortigen Bürgerkrieg dokumentiert. Brutaler kann eine Regierung kaum gegen Demonstranten vorgehen. Den momentanen Kämpfen in Aleppo gingen monatelang friedliche Proteste voraus, die immer wieder von Sicherheitskräften und regierungsnahen Truppen blutig niedergeschlagen wurden. Zahlreiche Menschen wurden dabei getötet und Hunderte verletzt, darunter unbewaffnete Demonstranten und auch unbeteiligte Zivilisten und Kinder. Verwundete, die ins Krankenhaus gingen, liefen immer wieder Gefahr, dort von Regierungstruppen verhaftet und gefoltert zu werden. Ärzte und Krankenschwestern, die Verletzte behandelten, wurden oft selbst Opfer der staatlichen Gewalt. Verhaftete Demonstranten wurden bedroht, misshandelt und in einigen Fällen zu Tode gefoltert. Angehörige wurden gezwungen, den Tod ihrer Familienmitgliedern schriftlich „terroristischen Banden“ zuzuschreiben.

Angesichts der bisher dokumentierten Verbrechen ist vorhersehbar, dass bei der momentanen Offensive der Armee auf Aleppo wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen wird.
> Der vollständige Syrien-Bericht von Amnesty kann hier gelesen werden.