26. Juni, Tag gegen Folter

Foto: Privat

Am 26. Juni jährt sich der Internationale Tag gegen Folter, den die Vereinten Nationen 1997 ( vor 20 Jahren!) ins Leben gerufen haben. Folter ist nicht nur eine Randerscheinung oder gar Geschichte. Folter ist aktuell, auch heute noch!

Die Statistiken sind schockierend: Aus mehr als 150 Ländern liegen Berichte über Folterungen oder Misshandlungen durch Angehörige staatlicher Stellen vor. In über 70 Ländern wird systematisch gefoltert. In weiteren 80 Ländern wird immer wieder misshandelt und gefoltert. Folter ist jedoch nach eindeutiger Rechtslage auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene absolut verboten. Dokumentiert ist dies auch im Jahresbericht „Amnesty International Report 2016/17“ , der gerade Ende Mai erschienen ist.

Traditionell steht die Amnesty-Gruppe 1165 an diesem Nachmittag in der Wiesbadener Fußgängerzone (Mauritiusplatz) und informiert zu diesem Thema. Kommen Sie vorbei und geben Sie uns Ihre Unterschrift!

Filmabend: BLUT und VICTORY DAY

Victory Day ©Alina Rudnitskaya

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater am 30. Juni:

Blut und Victory Day

Regie: Alina Rudnitskaia, RU 2013/14, 60 und 30 min, DVD, OmeU, FSK: ungeprüft

Blut skizziert den monotonen Alltag einer mobilen Blutspende-Station in Russland. Der Kleinbus mit dem medizinischen Personal und der nötigen Ausrüstung zum Abnehmen und zeitweisen Lagern von Blutspenden reist durch die russische Provinz, und hält in Dörfern und kleinen Industriestädten, wo sich lange Schlangen von Spendenwilligen bilden. Sie sind entschlossen, auch wenn ihr Ziel nicht die uneigennützige Hilfe für Andere ist, sondern die bereitgestellte finanzielle Entschädigung. Für einen halben Liter Blut gibt es 850 Rubel, und diese geringe Summe ist eine wesentliche Hilfe für die ohne jedes Einkommen oder eins von 3.000 Rubel (ca. € 50) sind. Blut, wie Lackmuspapier, hat etwas Metaphorisches und Geheimnisvolles. Der Blutkreislauf wird durch Menschen gezeigt. Menschen geben Blut, bekommen Blut…

Zum Inhalt von Victory Day: 2013 verabschiedete die Duma, das russische Parlament, ein Gesetz das Propaganda unter Minderjährigen für „nicht-traditionelle“ sexuelle Beziehungen verbietet. Das Gesetz führte zu einer Verstärkung homophober Einstellungen und Aktionen. Eine patriotische Parade marschiert durch die Straßen Petersburgs, während die ProtagonistInnen in ihren Wohnungen sitzen und uns von ihrem Leben vor dem Gesetz und seitdem erzählen.

Zur Regisseurin Alina Rudnitskaia:

Geboren 1976 nahe Murmansk. Studium der Informatik an der Akademie für Raumfahrt (1994-1997). 2001 Abschluss der Universität der Kultur und Künste Petersburg als Filmregisseurin. Die Regisseurin und Autorin lebt in Petersburg und lehrt an der staatl. Universität für Kultur und Kunst. Retrospektiven u.a. in London 2008, Chicago, Tromsö 2009, Tampere, Berlin, Zürich 2011, Paris, Stockholm 2015

Freitag 30.06.2017, 18.00 Uhr

Sondereintritt:  2,50 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: National Bird

Opfer eines U.S. Luftangriffs und sein Sohn, Kabul, Afghanistan, Juni 2015
Torsten Lapp © Ten Forward Films

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater am 15., 16. und 18. Juni:

National Bird

Regie: Sonia Kennebeck, US 2016, 92 min, DCP, OmU, FSK: ab 12

Drei mutige Whistleblower brechen ihr Schweigen und sprechen offen über ihre Rolle im Drohnenkrieg der USA. Diese Entscheidung wird ihr Leben für immer verändern.

Der Dokumentarfilm NATIONAL BIRD begleitet Menschen, die entschlossen sind, das Schweigen über eine der umstrittensten militärischen Maßnahmen der jüngeren Zeit zu brechen: Den geheimen Drohnenkrieg der USA.
Im Zentrum des Films stehen drei Kriegsveteranen der US-Air-Force, die in unterschiedlichen Funktionen selbst an diesem Krieg beteiligt waren. Ihre Mitschuld an der Tötung Unbekannter – und möglicherweise Unschuldiger – auf weit entfernten Kriegsschauplätzen lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Schließlich gehen sie an die Öffentlichkeit – ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen.
Im Verlauf des Films nehmen ihre Geschichten dramatische Wendungen: So fährt eine der Protagonistinnen selbst nach Afghanistan, wo sie mit einem grauenhaften Vorfall und dessen Opfern konfrontiert wird. Doch ihre Reise bietet auch Anlass zu Hoffnung auf Frieden und Versöhnung.

Pressestimmen:

„Eine der umstrittensten Entscheidungen der Obama-Regierung ist die Ausweitung des so genannten Drohnenkriegs, das angeblich punktgenaue Angreifen feindlicher Ziele, das „klinische“ Töten von Terroristen. Wie fragwürdig diese Art der Kriegsführung ist, zeigt Sonia Kennebeck in ihrer Dokumentation National Bird […].“ (programmkino.de)

„National Bird sollte einen beeindruckenden Schatten werfen und einige echte öffentliche Debatten bewirken.“ (Variety)

Donnerstag 15.06.2017, 20.15 Uhr
Freitag 16.06.2017, 18.00 Uhr
Sonntag 18.06.17, 18.00 Uhr

Eintritt: 6 € / 5 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Moonlight

© DCM

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater am 4., 5. und 7. Mai 2017 den mehrfach ausgezeichneteten Film:

Moonlight

Der in sich gekehrte Chiron wächst in Miami bei seiner alleinerziehenden, drogenabhängigen Mutter auf, die ihn vollkommen vernachlässigt. Als er den Drogenhändler Juan und dessen Freundin Teresa kennenlernt, nehmen sie sich dem Jungen an. Langsam beginnt sich Chiron zu öffnet, aber die Demütigungen zuhause und in der Schule werden immer unerträglicher. Als sich auch noch sein einziger Freund und seine erste Liebe Kevin gegen ihn wendet, trifft Chiron eine folgenschwere Entscheidung.

Moonlight erhielt unzählige Nominierungen und wurde rund 170 Mal ausgezeichnet, darunter bei der Oscarverleihung 2017 für den besten Film, das beste adaptierte Drehbuch und den besten Nebendarsteller (Mahershala Ali).

„Chiron wächst in einer Sozialbausiedlung auf, seine alleinerziehende Mutter ist drogensüchtig, die Mitschüler drangsalieren ihn, weil er schmächtig und schüchtern ist und möglicherweise schwul. Eine Coming-of-Age-Geschichte, so weit entfernt von den erwartbaren Klischees der Blaxploitation-Gangster-Flicks, dass es an ein Wunder grenzt und zugleich eine Befreiung ist: endlich glaubwürdige (schwarze) Männer im Kino!“ (epd-Film)

„Barry Jenkins‘ Moonlight zieht den Zuschauer von Anfang an in die introspektive Welt seines Protagonisten. Der Film begeistert, während er den etwa zwei Jahrzehnte langen Pfad zur Beantwortung der Frage „Wer bin ich?“, den die Hauptfigur zurücklegt, mit ungewöhnlicher Schärfe und emotionalem Wahrnehmungsvermögen beobachtet.“ (The Hollywood Reporter)

Regie: Barry Jenkins, US 2017, 111 min, FSK: ab 12, mit Alex R. Hibbert, Mahershala Ali, Naomie Harris

Donnerstag 04.05.2017, 20.15 Uhr OmU
Freitag 05.05.2017, 20.15 Uhr DF
Sonntag 07.05.17 20.15 Uhr OmU

Eintritt: 6 € / 5 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

goEast> 2017: Der Prozess: Der Staat Russland gegen Oleg Sentsov

© Marx Film

In Kooperation mit goEast > Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films laden wir herzlich ein für den 1. Mai 2017 um 16 Uhr zum Film:

Der Prozess: Der Staat Russland gegen Oleg Sentsov

Seit 2014 sitzt Oleg Sentsov im Gefängnis. Dem ukrainischen Filmregisseur wird die Planung terroristischer Handlungen vorgeworfen. Hintergrund dieser Anklage ist sein politisches Engagement auf dem Euromaidan und seine Kritik an der russischen Regierung. Zwei Jahre später im Gerichtssaal in Rostow am Don dann das äußerst fragwürdige Urteil: 20 Jahre Haft im sibirischen Straflager. Askold Kurov dokumentiert in seinem Film das Gerichtsverfahren und stellt gleichzeitig die Absurdität des Spektakels heraus. Zudem werden die Bemühungen von Familie, FreundInnen, AnwältInnen und auch die Solidarität von berühmten FilmemacherInnen im Kampf um Sentsovs Freiheit beleuchtet. Angesichts der Rigorosität russischer Staatsjustiz beeindruckt der unbeirrbare Mut von Sentsov und seinen MitstreiterInnen auf bewegende Weise.

In Anwesenheit von Regisseur Askold Kurov und Produzent Maxim Tuula

Doku, 71 min., Estland / Polen / Tschechische Republik, 2017, OMeU, Regie: Askold Kurov

Eintritt: 7 € / 6 €
Montag 01.05.2017, 16 Uhr
Caligari FilmBühne
Marktplatz 9
65183 Wiesbaden

Gerne weisen wir Sie auch auf folgende Filme hin:

© Waystone Film

FC Roma

Der FC Roma kämpft mehr gegen Diskriminierung als gegen andere Fußballteams. Denn in der Unterliga weigern sich viele Vereine mit den Roma zu spielen. Wenn doch einmal ein Match stattfindet, entladen sich die Vorurteile auf dem Platz. Die beiden Trainer sind hoch engagiert: Sie wollen ihre Jungs von Drogen fernhalten, ihnen Mut machen, das Gemeinschaftsgefühl stärken. Jedoch führt die Ablehnung der Mehrheitsgesellschaft, mit der sie sich immer wieder konfrontiert sehen, zu viel Frustration. Ein vielschichtiger und intelligenter Dokumentarfilm über den tief verwurzelten Alltagsrassismus in Tschechien, der die Roma regelmäßig im Abseits stehen lässt.

Doku, 76 min., Tschechische Republik, 2016, OmeU, Regie: Rozálie Kohoutová,
Tomáš Bojar

Eintritt: 7 € / 6 €
Donnerstag 27.04.2017, 20 Uhr
Apollo Kinocenter
Moritzstraße 6
65185 Wiesbaden

 

© Tatyana Chistova

Überzeugungen

Der Dokumentarfilm begleitet die Versuche vier junger Männer den russischen Militärdienst zu umgehen. Um Zivildienst leisten zu dürfen, müssen sie die Mitglieder einer Kommission überzeugen. Roman, Lyosha, Victor und Johnny haben verschiedene Gründe und Wege, dies zu tun. Während wir ihren Argumenten folgen, kommen wir in Kontakt mit LGBT-Aktivismus, literarischen und politischen Auseinandersetzungen und persönlichen Erfahrungen, die den pazifistischen Überzeugungen der Protagonisten ein festes Fundament in einer militarisierten Gesellschaft geben. Ein Film, der auf Widerstand gegen ein repressiv-chauvinistisches System hoffen lässt.

Doku, 62 Min., Russland / Polen, 2016, OmeU, Regie Tatyana Chistova

Eintritt: 7 € / 6 €
Freitag 28.04.2017, 17.30 Uhr
Festivalzentrum
Friedrichstraße 22
65185 Wiesbaden

sowie die weiteren Filme in der Kategorie „Oppose Othering“.

Radiosendung am 15. April 2017: Die Arbeit von pbi in Kolumbien

© FreeImages.com/Petr Kratochvila

© FreeImages.com/Petr Kratochvila

In unserer Radiosendung am 15. April haben wir Katharina Möbs-Pizarro zu Gast, eine Vertreterin von pbi Deutschland, den „Peace Brigades International“. pbi ist ebenso wie Amnesty eine nichtstaatliche internationale Menschenrechtsorganisation. Ihre Mitarbeiter arbeiten in unbewaffneten Freiwilligenteams, um bedrohte Menschenrechtsverteidiger_innen in Konfliktregionen zu begleiten. So tragen sie zu deren Schutz bei.

Katharina Möbs-Pizarro wird in unserer Sendung über ihre Zeit in Kolumbien berichten, bei der sie vor Ort bedrohte Menschen begleitete. Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Konfliktparteien sind Änderungen in Sicht: Bei den Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla auf Kuba kam es zu einem Durchbruch. Im Juni 2016 vereinbarten beide Seiten einen Waffenstillstand, im September wurde ein erster Friedensvertrag unterschrieben, der in einem Referendum von der Bevölkerung knapp abgelehnt wurde. Am 24. November wurde dann ein neuer modifizierter Vertrag unterzeichnet, der mittlerweile vom Kongress ratifiziert wurde.

Wir möchten in unserer Radiosendung über die Lage vor Ort berichten, aber auch die aktuelle Situation beleuchten.

Die Amnesty Radiosendung läuft am 15. April um 17:00 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 Mhz. Über Kabel in Wiesbaden auf 99,85 Mhz, in Mainz 102,7 Mhz oder auch über Livestream unter www.radio-rheinwelle.de.

Amnesty-Kreuzweg in der Fastenzeit

Sind Sie schon mal einen Kreuzweg mitgegangen?

Jedes Jahr gestaltet die Gruppe 1165 St. Bonifatius einen Kreuzweg in St. Bonifatius nach der 18 Uhr Messe. Dieses Jahr ist es am 07. April 2017 soweit. Wir gehen gemeinsam den Kreuzweg und lesen Texte aus dem eigens für diesen speziellen Kreuzweg erstellten Textheft. Die aktuellen Fälle von Menschenrechtsverletzungen, die in den Kontext zum Leiden Jesu Christi  gebracht werden, beeindrucken die Teilnehmer jedes Jahr aufs Neue. Im Anschluss können Sie unsere Arbeit durch eine Unterschrift auf einer Petition unterstützen.

Freitag 07.04.17 ca. 18:30 Uhr (nach dem 18 Uhr Gottesdienst)
Eintritt frei
St. Bonifatius Kirche, Luisenstraße 27, 65185 Wiesbaden

Jetzt auch bei facebook: https://www.facebook.com/AmnestyInternationalWiesbaden/

Filmabend: Chocolate de Paz

© Chocolate de Paz

© Chocolate de Paz

Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater und Peace Brigades International am 26.03.2017 um 20.15 Uhr:    

Chocolate de Paz

Wir freuen uns sehr an diesem Abend die Produzentin und Regisseurin Gwen Burnyeat zum Filmgespräch begrüßen zu können.

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien weigert sich seit ihrer Gründung 1997 Partei für eine der im bewaffneten Konflikt beteiligten Gruppen zu ergreifen – Paramilitärs, Guerillagruppen oder die Armee – und kämpft mit gewaltfreien Mitteln für ein Leben in Frieden. Mehr als 250 Mitglieder der Friedensgemeinde und Zivilisten, die in der Gegend wohnten, sind seitdem getötet worden oder gewaltsam verschwunden.

Chocolate de Paz beschreibt die Erfahrungen der Friedensgemeinde, die sich nicht am Konflikt beteiligen will. Er durchläuft dafür den Prozess von Anbau und Produktion von Bio-Schokolade mit Beginn der Aussaat der Kakaopflanze bis zur Verarbeitung. Kakao ist der Erzählfaden, der uns Geschichten von Gewalt und Widerstandskraft in einer Gemeinde näher bringt, die versucht, neutral gegenüber allen Gewaltakteuren des Konfliktes zu bleiben. Der Film bietet einen Ausblick der Hoffnung und belegt, dass es mit großen Schwierigkeiten möglich ist, über menschliche Beziehungen und lokalen Handel Frieden von unten aufzubauen.

Zur Einführung zeigen wir eine 13 minütige englischsprachige Dokumentation des Regisseurs und Produzenten Ede Müller von Zabrisky Film über die Friedensgemeinde aus dem Jahre 2009. Der Film skizziert die komplexen Strukturen des kolumbianischen Konfliktes und zeigt auf, wie die Friedensgemeinde durch konsequente Neutralität und Gewaltfreiheit versucht, dem Konflikt zu widerstehen und diesen aufzubrechen.

Doku, GB/CO 2016, 55 Min., OMU, Regie: Gwen Burnyeat, Pablo Mejía Trujillo

Sonntag 26.03.17, 20.15 Uhr
Eintritt: 6 € / 5 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Zum Programm der Internationalen Wochen gegen den Rassismus in Wiesbaden.