Radiosendung am 14. April 2018: Ethisches Filmemachen? Ein Gespräch mit goEast-Leiterin Heleen Gerritsen

Heleen Gerritsen, Leiterin Filmfestival goEast © Angelika Stehle

Heleen Gerritsen, Leiterin Filmfestival goEast © Angelika Stehle

Wir freuen uns sehr, in unserer Amnesty-Radiosendung am 14. April Heleen Gerritsen,  die neue Leiterin von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, zu Gast zu haben. Sie übernahm im Herbst 2017 die Leitung und künstlerische Verantwortung des Festivals von Gaby Babić.

Seit Jahren setzt sich goEast mit sozial spannenden Themen auseinander, zum Beispiel mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit oder ethischem Filmemachen. Unter anderem darüber wollen wir mit Heleen Gerritsen in unserer Livesendung sprechen. 

Wir sind seit mehreren Jahren Kooperationspartner von goEast, dass in diesem Jahr mit der 18. Ausgabe vom 18. – 24. April stattfindet.

Die Sendung läuft am 14. April um 17 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 Mhz. Über Kabel in Wiesbaden auf 99,85 Mhz, in Mainz 102,7 Mhz oder auch als Livestream unter www.radio-rheinwelle.de.

Über goEast

Jährlich im April verwandelt goEast die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden zu einem der international wichtigsten Schauplätze für das Kino aus Mittel- und Osteuropa. Dabei adressieren die rund 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, die sich über sieben Festivaltage und ebenso viele Sektionen, wie zum Beispiel dem menschenrechtlich engagierten Filmprojekt OPPOSE OTHERING! verteilen, FachbesucherInnen und heimisches Kinopublikum gleichermaßen.

goEast Filmfestival

Filmabende bei goEast 2018: Es war einmal im November

Es war einmal im November

© Adam Bajerski / Kino Świat

Am 19. und 20. April zeigen wir beim goEast-Festival 2018 den Film

Es war einmal im November

Jedes Jahr wird in Polen am 11. November den Unabhängigkeitstag gefeiert – für  PatriotInnen und rechtsextreme DemonstrantInnen immer wieder Anlass für gewalttätige Ausschreitungen und Proteste. Regisseur Andrzej Jakimowski  hat in seinem Spielfilm authentisches Filmmaterial verarbeitet, das 2013 am Unabhängigkeitstag in Warschau  gedreht wurde.

Mittelpunkt ist ein autonomes, besetztes Zentrum, das von rechtsextremen Demonstranten attackiert wird. Dort haben der Jurastudent Mareczek und seine Mutter, eine Lehrerin, Unterschlupf gefunden. Durch eine brutale Änderung der städtischen Wohnungsbaupolitik wurde ihre Warschauer Wohnung zwangsgeräumt. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich sehr schwierig, da sie nicht berechtigt sind, Sozialhilfe zu empfangen. Trotz der Umstände versucht Mareczek seinen Alltag nicht entgleisen zu lassen: Er geht weiter in die Uni und trifft sich mit seiner Freundin. Entstanden ist ein beunruhigendes Porträt einer aggressiven Gesellschaft, in welcher der soziale Absturz auch für Menschen aus der Mittelschicht erschreckend real ist.

Drama, Polen 2017, 91 min., OmU, Regie Andrzej Jakimowski

Zu Gast: Regisseur Andrzej Jakimowski, Produzentin Kasia Kucia

Donnerstag, 19. April um 20.00 Uhr (dU) im Caligari
Freitag, 20. April um 17.30 Uhr im Apollo
Freitag, 20. April um 20.30 Uhr im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

Wir empfehlen Ihnen auch die Filme der Festivalsektion OPPOSE OTHERING!, Informationen finden Sie hier

goEast Festival

goEast> 2017: Der Prozess: Der Staat Russland gegen Oleg Sentsov

© Marx Film

In Kooperation mit goEast > Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films laden wir herzlich ein für den 1. Mai 2017 um 16 Uhr zum Film:

Der Prozess: Der Staat Russland gegen Oleg Sentsov

Seit 2014 sitzt Oleg Sentsov im Gefängnis. Dem ukrainischen Filmregisseur wird die Planung terroristischer Handlungen vorgeworfen. Hintergrund dieser Anklage ist sein politisches Engagement auf dem Euromaidan und seine Kritik an der russischen Regierung. Zwei Jahre später im Gerichtssaal in Rostow am Don dann das äußerst fragwürdige Urteil: 20 Jahre Haft im sibirischen Straflager. Askold Kurov dokumentiert in seinem Film das Gerichtsverfahren und stellt gleichzeitig die Absurdität des Spektakels heraus. Zudem werden die Bemühungen von Familie, FreundInnen, AnwältInnen und auch die Solidarität von berühmten FilmemacherInnen im Kampf um Sentsovs Freiheit beleuchtet. Angesichts der Rigorosität russischer Staatsjustiz beeindruckt der unbeirrbare Mut von Sentsov und seinen MitstreiterInnen auf bewegende Weise.

In Anwesenheit von Regisseur Askold Kurov und Produzent Maxim Tuula

Doku, 71 min., Estland / Polen / Tschechische Republik, 2017, OMeU, Regie: Askold Kurov

Eintritt: 7 € / 6 €
Montag 01.05.2017, 16 Uhr
Caligari FilmBühne
Marktplatz 9
65183 Wiesbaden

Gerne weisen wir Sie auch auf folgende Filme hin:

© Waystone Film

FC Roma

Der FC Roma kämpft mehr gegen Diskriminierung als gegen andere Fußballteams. Denn in der Unterliga weigern sich viele Vereine mit den Roma zu spielen. Wenn doch einmal ein Match stattfindet, entladen sich die Vorurteile auf dem Platz. Die beiden Trainer sind hoch engagiert: Sie wollen ihre Jungs von Drogen fernhalten, ihnen Mut machen, das Gemeinschaftsgefühl stärken. Jedoch führt die Ablehnung der Mehrheitsgesellschaft, mit der sie sich immer wieder konfrontiert sehen, zu viel Frustration. Ein vielschichtiger und intelligenter Dokumentarfilm über den tief verwurzelten Alltagsrassismus in Tschechien, der die Roma regelmäßig im Abseits stehen lässt.

Doku, 76 min., Tschechische Republik, 2016, OmeU, Regie: Rozálie Kohoutová,
Tomáš Bojar

Eintritt: 7 € / 6 €
Donnerstag 27.04.2017, 20 Uhr
Apollo Kinocenter
Moritzstraße 6
65185 Wiesbaden

 

© Tatyana Chistova

Überzeugungen

Der Dokumentarfilm begleitet die Versuche vier junger Männer den russischen Militärdienst zu umgehen. Um Zivildienst leisten zu dürfen, müssen sie die Mitglieder einer Kommission überzeugen. Roman, Lyosha, Victor und Johnny haben verschiedene Gründe und Wege, dies zu tun. Während wir ihren Argumenten folgen, kommen wir in Kontakt mit LGBT-Aktivismus, literarischen und politischen Auseinandersetzungen und persönlichen Erfahrungen, die den pazifistischen Überzeugungen der Protagonisten ein festes Fundament in einer militarisierten Gesellschaft geben. Ein Film, der auf Widerstand gegen ein repressiv-chauvinistisches System hoffen lässt.

Doku, 62 Min., Russland / Polen, 2016, OmeU, Regie Tatyana Chistova

Eintritt: 7 € / 6 €
Freitag 28.04.2017, 17.30 Uhr
Festivalzentrum
Friedrichstraße 22
65185 Wiesbaden

sowie die weiteren Filme in der Kategorie „Oppose Othering“.

goEast> 2016: Podiumsdiskussion: FREE OLEG SENTSOV

In Kooperation mit goEast > FESTIVAL DES MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN FILMS laden wir Sie herzlich ein zu

Podiumsdiskussion: FREE OLEG SENTSOVFoto_Oleg Sentsov

Der ukrainische Filmemacher Oleg Sentsov, der 2012 mit seinem Debütfilm GAMER bei goEast zu Gast war, wurde im Mai 2014 auf der Krim verhaftet und im Februar 2016 in Moskau zu 20 Jahren Gefängnis wegen Planung terroristischer Handlungen verurteilt. Hintergrund der Verhaftung war Sentsovs politisches Engagement auf dem Euromaidan; die Gründe und Umstände seiner Verhaftung sowie seiner Verurteilung erscheinen höchst fragwürdig. Als Zeichen der Solidarität mit Sentsov und um auf die Situation politischer Gefangener in Russland aufmerksam zu machen, hat goEast die Menschenrechtsanwältin Svetlana Sidorkina (Moskau) eingeladen. Sie wird zur Menschenrechtslage und den Prozess gegen Sentsov Stellung nehmen. Daneben wird Vera Rogova, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) an der Diskussion teilnehmen. Sie beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Reformen unter den Bedingungen des politischen Systems in Russland. Moderation: Eberhard Nembach von hr-iNFO.

Freitag 22.04., 18:00 Uhr

Festivalzentrum, Friedrichstraße 22, 65185 Wiesbaden
Eintritt frei

Film: NAHER FERNER OSTEN / NEAR FAR EAST 

Doku, 2015, 70 Min., ukr, rus, cze, eng OmeU, DCP, Regie: Filip Remunda

Der tschechische Dokumentarfilmemacher Filip Remunda macht sich mit seinem Kamerateam auf in die Ukraine, ein Land, mit dem er in vielerlei Hinsicht verbunden ist. Die filmische Reise beginnt in Prag mit Tania aus Transkarpatien und dauert ein Jahr. Unterwegs treffen die Filmemacher ganz unterschiedliche Menschen: Tanias Familie in der Westukraine, Journalisten aus Luhansk und Dnipropetrovsk in Kiew, aber auch Lehrerinnen und Fabrik-arbeiter im Donbass. Emotional geführte Diskussionen reihen sich an national-militaristisch geprägte Schönheitswettbewerbe und zerbombte Häuser im Osten des Landes. Mit viel Empathie und Reflektion porträtiert der Regisseur ein von Krieg zerfressenes Land in dem allerorten große Ratlosigkeit herrscht.

Deutschlandpremiere:  Freitag 22.04. 18.00 Uhr
Deutsches Filmmuseum, Schaumainkai 41. 60596 Frankfurt,  

Freitag 22.04., 20.00 Uhr
Festivalzentrum, Friedrichstraße 22, 65185 Wiesbaden,
Eintritt: 7 EUR / 6 EUR

Wir wollen Sie ebenfalls auf die Filme in der von uns mit unterstützten Festivalsektion „Beyond Belonging“ aufmerksam machen:
goEast 2016 – Beyond Belonging  

 

BARZAKH – Kinoabend am 24.04.2015

© Extimacy FilmsIn Kooperation mit goEast > FESTIVAL DES MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN FILMS zeigen wir:

BARZAKH

Im Tschetschenischen – wie im Arabischen – bezeichnet „Barzakh“ einen Ort, der zwischen Leben und Tod liegt. Die Menschen in Kvedaravicius aufwühlendem Dokumentarfilm leben in der Schwebe, seitdem Familienangehörige im Zweiten Tschetschenienkrieg spurlos verschwunden sind. Ihr abwechselnd von Hoffnung und Verzweiflung geprägter Alltag verflicht sich mit dem der Menschen, die zwar leben und „da“ sind, aber nach Folter und Missbrauch mit den Folgen der traumatischen Vergangenheit leben. Einziger Trost ist der familiäre und gemeinschaftliche Zusammenhalt. Mit einer berührenden Mischung von dokumentarischen Aufnahmen und poetischen Bildern wirft BARZAKH einen anteilnehmenden und wütenden Blick auf die Folgen eines verheerenden Konfliktes, die Hilflosigkeit seiner Opfer und die niederschmetternde Gleichgültigkeit der lokalen Autoritäten.

Ausgezeichnet mit dem Amnesty Filmpreis 2011: „Barzakh dokumentiert nicht, der Film beobachtet nicht aus der Distanz – sondern er schafft Nähe. Wer diesen Film sieht, ist in Tschetschenien. Der Regisseur nimmt die Zuschauer mit in das Dorf, in das Leben und in die Seelen der Menschen.“
Litauen, Finnland 2011, 59 Min., Regie: Mantas Kvedaravicius

Mit Vorfilm:
SPEECHLESS
Georgien 2009, 12 Min. Regie: Salomé Jashi

Freitag 24.4. um 20.00 Uhr
Filmgespräch mit Dr. Vedrin Sahovic, AMNESTY INTERNATIONAL.
Eintritt: 7 EUR / 6 EUR
Festivalzentrum, Casino-Gebäude, Friedrichstr. 22, 65185 Wiesbaden

In Kooperation mit dem goEast > FESTIVAL DES MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN FILMS

Wir wollen Sie auch auf die weiteren Filme mit menschenrechtsrelevanten Themen bei goEast aufmerksam machen:

CINEMA: A PUBLIC AFFAIRCINEMA_A PUBLIC AFFAIR

Neben einem anspruchsvollen Film- und Ausstellungsprogramm bot das Moskauer Filmmuseum Intellektuellen und KinoliebhaberInnen einen offenen Ort für Diskussionen, egal ob zu Kultur oder Politik. Vor zehn Jahren wurde das „Musei Kino“ auf die Straße gesetzt. In Behelfsquartieren trotzte die Belegschaft seitdem mit Mut und unerschütterlichem Optimismus den widrigen Umständen. Allen voran Naum Kleiman, der Eisenstein-Experte und „Vater“ des Museums, dessen Verdrängung aus dem Direktorenamt zuletzt international für Entrüstung sorgte. CINEMA: A PUBLIC AFFAIR begleitet einen stillen, aber versierten Protest, im Kampf um ein Lebenswerk. Für seine Verdienste um den Film wurde Kleiman mit der Berlinale Kamera 2015 ausgezeichnet.

Deutschland 2015, 99 min., Regie: Tatiana Brandrup

Festivalzentrum 23.04. um 16 Uhr

DESTINACIJA_SERBISTAN / DESTINATION_SERBISTAN / LOGBOOK_SERBISTAN

„Die Straßen hier sehen auch nicht viel anders aus als bei uns in Afrika“, stellt Lee pragmatisch fest, als er sich in einer serbischen Kleinstadt umsieht. Räumarbeiten auf überfluteten Straßen. Beten zwischen Baggern und Matsch. Vom Leiter des AsylbewerberInnenheims schroff behandelt werden. Zwischendurch Fußball spielen im „Heimteam“ oder Kolo tanzen auf einem Bohnenfest in der Provinz. So sieht der Alltag von Menschen aus, die eine lange Flucht aus Afghanistan, Syrien, Ghana oder Kamerun unfreiwillig ins serbische Hinterland geführt hat. Želimir Žilnik folgt ihnen mit dem von ihm maßgeblich geprägten Stil der Doku-Fiction und hält dabei, wie schon in seinem Film FESTUNG EUROPA, der restriktiven europäischen Einwanderungspolitik den Spiegel vor.

Serbien 2015, 94 Min., Regie: Želimir Žilnik

DEUTSCHLANDPREMIERE
Caligari 25.04. um 16 Uhr
Apollo 26.04. um 16 Uhr

SPECIALS / FREE OLEG SENTSOV: 

DIE MOSKAUER PROZESSE / THE MOSCOW TRIALS

Kunst – wachendes Auge über Politik und Gesellschaft, Spiegel ihrer Zeit, manchmal gar Weckruf. Sie macht Kritik sinnlich erfahrbar, inspiriert, entfacht Diskurse. Mit ihrem Hang zu Provokation ist sie vielen ein Dorn im Auge; vor allem denen, deren Machtpositionen sie angreift und deren Glaubens- und Wertesysteme sie hinterfragt. In Russland wurde sie zuletzt häufiger zum Staatsfeind erklärt: Mehrere Gerichtsverfahren diskutierten im Grundsatz ihre Schaffensfreiheit. KuratorInnen, KünstlerInnen sowie die notorischen Pussy Riot standen vor Gericht, um vor Augen geführt zu bekommen, dass die Kunst in Putins Russland nur abseits jeglichen Aktivismus’ Existenzberechtigung hat. Milo Rau rollt die Verfahren in seinem Dokumentartheater neu auf – diesmal fair und diskursiv. Machtgefüge und Interessenverflechtungen werden dabei, auch für die Betroffenen auf befreiende Weise, augenscheinlich.

Deutschland 2013, 86 Min., Regie: Milo Rau

Festivalzentrum 24.04. um 22 Uhr

FREE OLEG SENTSOVFREE OLEG SENTSOV  

Seit Mai 2014 befindet sich der ukrainische Filmemacher Oleg SentsoUntersuchungshaft.Die Vorwürfe scheinen dabei haltlos bis ominös, die Umstände seiner Haft bleiben besorgniserregend. Sein Prozess wurde inzwischen mehrfach verschoben, die Hoffnung auf eine faire und rechtsstaatliche Verhandlung dürfte kaum erfüllt werden. Als Zeichen der Solidarität mit Sentsov – wider die Repression politisch Andersdenkender und Handelnder – zeigt goEast DIE MOSKAUER PROZESSE. 2012 war Sentsov mit seinem Debütfilm GAMER bei goEast zu Gast.

 

CRNCI / DIE SCHWARZEN / THE BLACKS DIE SCHWARZEN

Kroatienkrieg 1991: Ungeachtet des gerade in Kraft getretenen Waffenstillstands begibt sich die kroatische Spezialeinheit „Crnci“ auf eine letzte Mission, um ihre toten Kameraden aus einem Minenfeld zu bergen und einen Vergeltungsschlag durchzuführen. Statt einem actiongeladenem Kriegsfilm, in dem Freund und Feind klar erkennbar sind, liefert das Regiegespann Jurić/Dević das realistische Psychogramm einer Gruppe von Menschen in einer kriegerischen Extremsituation. Kammerspielartig, wortkarg und mit kleinen Gesten werden hier erstmalig im kroatischen Spielfilm die Kriegsverbrechen der eigenen Armee thematisiert und damit die inneren Widersprüche der kroatischen Nachkriegsgesellschaft angesprochen.

Kroatien 2009, 75 Min., Regie: Goran Dević, Zvonimir Jurić

Caligari 24.04. um 22.30 Uhr

In Anwesenheit der Produzentin ANKICA JURIĆ TILIĆ

THE SEARCH / DIE SUCHE

Tschetschenien 1999: Der neunjährige Hadji ist mit seinem Babybruder auf der Flucht, nachdem seine Eltern von russischen Soldaten ermordet wurden. Die NGO-Mitarbeiterin Carole nimmt den kleinen Jungen bei sich auf, während zur gleichen Zeit seine ältere Schwester verzweifelt nach ihm und dem jüngsten Bruder sucht. DIE SUCHE ist ein Remake des gleichnamigen Fred Zinnemann-Klassikers von 1948. Michel Hazanavicius, der mit seinem Schwarzweiß-Stummfilm THE ARTIST (2011) mehrere Oscars gewann, verlegte die Handlung in den zweiten Tschetschenienkrieg und schuf damit einen engagierten politischen Kommentar – und einen anklagenden Antikriegsfilm,der unter die Haut geht. Gleichzeitig bedient sich DIE SUCHE eingespielter Genre-Muster.

Frankreich, Georgien 2014, 149 Min., Regie: Michel Hazanavicius

DEUTSCHLANDPREMIERE  Caligari 23.04. um 22 Uhr

FLOTEL EUROPA

Ein riesiges Schiff steht im Kopenhagener Hafen: das „Flotel Europa“. Anfang der 1990er-Jahre wurde es für Hunderte jugoslawische Kriegsflüchtlinge eine temporäre Heimat. Unter den BewohnerInnen befand sich damals auch der schüchterne Vladimir. In Videobotschaften an den daheim gebliebenen Vater erzählen er, seine Mutter und sein großer Bruder vom Alltag auf dem Schiff:von Erfolgen in der Schule, von den Gemeinschaftsabenden im Fernsehsaal und der Langeweile in den fensterlosen Kabinen. Zwanzig Jahre später ist aus dem schüchternen Jungen ein Filmregisseur geworden. Aus altem VHS-„Home-Movie“- Material der BewohnerInnen des „Flotel Europa“ montierte Tomić einen Found-Footage-Film, der die Schicksale der AsylbewerberInnen dokumentiert und anhand dieses Mikrokosmos vom Zerfall eines Staates erzählt.

Dänemark, Serbien 2015, 70 Min., Regie: Vladimir Tomić

Caligari 25.04. um 14.30 Uhr
Apollo 26.04. um 22 Uhr

OBIČNI LJUDI / GANZ NORMALE MENSCHEN / ORDINARY PEOPLE 

RGBA tiff image by MetisIPEine Handvoll junger Soldaten wird unangekündigt und ohne Auftrag mit dem Bus zum einem abgelegenen Militärstützpunkt gebracht. Während sie in der heißen Mittagsonne auf weitere Anweisungen warten, fahren in unregelmäßigen Abständen Gefangenentransporte auf dem Gelände ein…

Verortet in einem nicht näher beschriebenen Land in Osteuropa, zeigt Vladimir Perišićs erster Langfilm einen ganz normalen Tag im Leben eines Soldaten. Durch die einfache, distanzierte Darstellung von unmenschlicher Gewalt inmitten von alltäglichen, banalen Handlungen macht er den Krieg – seine Wechselwirkungen von Autorität und Gehorsam und den psychischen Missbrauch junger Männer – auf verstörende Weise anschaulich.

Serbien 2009, 80 Min., Regie: Vladimir Perišić

Festivalzentrum 26.04. um 22 Uhr

Zelims Confession – Kinoabend am 13.04.2014

goEast 14. FESTIVAL DES MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN FILMS:

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ZELIMS CONFESSION 

Zelim war zur falschen Zeit am falschen Ort: An einer Bushaltestelle in Inguschetien griff eine Polizeistreife den tschetschenischen Flüchtling auf, brachte ihn auf die Wache, nahm seine Personalien auf und ließ ihn wieder gehen. Kurze Zeit später stürmten Sicherheitskräfte die Wohnung seiner Familie. Zelim wurde verschleppt, erniedrigt und tagelang gefoltert, sollte Verbrechen gestehen, die er nicht begangen hatte.

Der Dokumentarfilm von Regisseurin Natalia Mikhaylova ist das Porträt eines Menschen, der sich trotz unfassbaren Leidens unter Folter nicht brechen ließ – und zugleich eine eindringliche Anklage gegen die Exzesse behördlicher Willkür und Gewalt, die im Nordkaukasus immer noch an der Tagesordnung sind.

Deutschlandpremiere:  Sonntag 13.4., 20.00 Uhr
Filmgespräch mit Dr. Vedrin Sahovic, AMNESTY INTERNATIONAL.
Eintritt:  7 EUR / 6 EUR
Festivalzentrum, Casino-Gebäude, Friedrichstr. 22, 65185 Wiesbaden 

Eine Veranstaltung des goEast Filmfestival und AMNESTY INTERNATIONAL Wiesbaden weiterlesen

Mama Illegal: Amnesty-Kinoabend am 14. und 15.4.2013

milSie leben unter uns und bleiben dennoch unsichtbar. Sie putzen unser Klo, machen unsere Betten und pflegen unsere Eltern. Wir lassen sie in unser Haus, doch kaum jemand kennt ihre Geschichte. Aurica, Raia und Nataşa, drei junge Mütter verlassen die bittere Armut Moldawiens, um illegal in Österreich und Italien als Putzfrauen zu arbeiten. Während diese Frauen getrennt von ihren Familien und ihrer Heimat dem Traum von einem besseren Leben folgen, wachsen ihre Kinder alleine auf. Geprägt durch traditionelle Rollenbilder sehen sich die Familien mit einer neuen Lebensrealität konfrontiert: Die Frauen als Alleinverdienerinnen, die Männer verantwortlich für die Hausarbeit. 

Über sieben Jahre begleitete Ed Moschitz die Frauen mit der Kamera und schuf  eine einfühlsame Langzeitstudie über Arbeitsmigration und Geschlechterrollen.

Wir zeigen MAMA ILLEGAL als Kooperationspartner von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films an folgenden beiden Tagen:

Sonntag 14.4. um 20 Uhr im goEast-Festivalzentrum, Casino-Gebäude,
Friedrichstraße 22in Wiesbaden.

Anschließend Filmgespräch mit Regisseur Ed Moschitz, Marie Weber, Asylreferentin von Amnesty International und Andrea Diefenbach, Fotografin der Ausstellung „Land ohne Eltern“. 

Montag 15.4. um 20 Uhr im Kino Palatin, Hintere Bleiche 6-8 in Mainz

Anschließend Filmgespräch mit Marie Weber, Asylreferentin von Amnesty International und Andrea Diefenbach, Fotografin der Ausstellung „Land ohne Eltern“

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Doku, Österreich 2011, 95 min, Blu-ray, colour, Regie: Ed Moschitz, Buch: Ed Moschitz, Kamera: Sandra Merseburger, Radu Bostan, Michael Svec, Michael Schindegger, Manfred Aistleitner, Robert Holzinger, Schnitt: Alexandra Löwy,
Musik: Zdob şi Zdub, Produzent: Michael Seeber, Arash T. Riahi