Filmabende: INNEN LEBEN

© Weltkino Filmverleih GmbH

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater am 13., 14. und 16. Juli:

INNEN LEBEN (Insyriated)

Regie: Philippe Van Leeuw, BE 2017, 85 min, DCP, DF oder OmU, FSK: beantragt, mit Hiam Abbass, Diamand Bou Abboud, Juliette Navis

Eine kleine Gruppe harrt im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses aus, während draußen der syrische Bürgerkrieg ein Opfer nach dem anderen fordert. Oum Yazan, ihr Schwiegervater, ihre drei Kinder Yara, Aliya und Yazan sowie die Haushaltshilfe Delhani sitzen fest. Alle Vorhänge an den Fenstern wurden zugezogen, damit Scharfschützen keine Ziele finden, frisches Wasser gibt es keines mehr und Internet und Telefon nur manchmal. Oum wartet darauf, dass ihr Mann nach Hause kommt und lässt trotz der katastrophalen Situation weitere Menschen in die Wohnung: Samir und Halima von nebenan sind mit ihrem Baby da – Yaras Freund Karim suchte wegen der schweren Gefechte Unterschlupf. Alle versuchen, den Krieg zu vergessen. Aber wie lange geht das?

Bestürzend intensiv zieht INNEN LEBEN den Zuschauer hinein in die Kriegswirklichkeit der einfachen Menschen, für die das einst traute Heim zum Gefängnis wird und jede noch so kleine Entscheidung über Leben und Tod bestimmen kann. INNEN LEBEN ist ein universelles, humanistisches Plädoyer von großer Dringlichkeit. Der Film gewann auf der 67. Berlinale den Publikumspreis der Sektion Panorama.

Das belgische Drama gewann bei der Berlinale 2017 den Panorama Publikumspreis.

Pressestimmen:

„In einer Wohnung verbarrikadiert suchen neun Menschen Schutz vor den Gräueln des Kriegs in Syrien. Effektiv inszeniertes, beklemmendes Kammerspiel mit hervorragender Besetzung, das jede Hoffnung auf Erlösung im Keim erstickt.“ (epd-Film)

„Beklemmend, packend und von aktueller Relevanz – „Innen Leben“ ist ein kammerspielartiges Antikriegsdrama, das von einem herausragenden Ensemble getragen wird.“ (filmstarts.de)

Donnerstag 13.07.2017, 20.15 Uhr
Freitag 14.07.2017, 20.15 Uhr
Sonntag 16.07.17, 18.00 Uhr

Eintritt: 6 € / 5 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Radiosendung am 09. 07. 2016: Mitmachen lohnt sich: Erfolge für Amnesty der letzten Jahre

Amnesty-Radiosendung bei Radio Rheinwelle

Quelle: Stockexchange

 

In unserer Radiosendung am 9. Juli stellen wir die Arbeit einer unserer Wiesbadener Gruppen vor: Die Gruppe 1165 St. Bonifatius von Amnesty International in Wiesbaden.

 

Ein wichtiger Teil der Arbeit ist das Schreiben von Appellen an die Regierenden. Wir fordern sie auf, die Menschenrechte einzuhalten, ungerechtfertigte politische Haft aufzuheben, den Verbleib von „Verschwundenen“ aufzuklären, Folter und Todesstrafe abzuschaffen oder Mord von Staats wegen zu beenden.

Foto: Privat

Foto: Privat

In der Radiosendung zeigen  wir, dass das Schreiben von Briefen erfolgreich ist: Menschenrechtsverteidiger aus Kuba wurden nach Appellen freigelassen. Ähnliche Fälle sind aus Syrien und Myanmar bekannt, für die sich die Gruppe 1165 besonders intensiv  einsetzte.

 


Am 09. Juli um 17:00 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 Mhz. Über Kabel in Wiesbaden auf 99,85 Mhz, in Mainz 102,7 Mhz oder auch über Livestream unter www.radio-rheinwelle.de.

 

 

Amnesty veröffentlicht Satellitenbilder aus Aleppo, Syrien

Die US-amerikanische Sektion von Amnesty International hat am Montag Satellitenbilder von Aleppo und Umgebung veröffentlicht. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass auch in Wohngebieten der syrischen Stadt verstärkt schwere Waffen eingesetzt werden. Auf Fotos der Kleinstadt Anadan in der Nähe von Aleppo sind mehr als 600 Einschläge zu sehen, die vermutlich von Granaten stammen. Sie lassen auf heftige Gefechte zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Oppositionsgruppen schließen.

Ein Satellitenbild vom 31. Juli 2012 zeigt Krater in der Nähe einer Wohnsiedlung in Anadan. Sie dürften von schwerer Artillerie stammen. Amnesty befürchtet, dass es beim Einsatz schwerer Waffen zu weiteren Menschenrechtsverletzungen in den Wohngebieten von Aleppo kommen wird.

Mehr zu den Bildern und der Pressemitteilung von Amnesty International USA
> Satellite Images from Escalating Syrian Conflict Are Reason for Concern

Folter und Repression in Syrien

„Jede Demonstration, die ich in Aleppo beobachtete, endete damit, dass Sicherheitskräfte das Feuer auf die friedlichen Demonstranten eröffneten“. Das berichtet Donatella Rovera, unsere Amnesty-Expertin für Krisengebiete, die sich Ende Mai in Aleppo aufhielt und vor Ort recherchierte.

Am Mittwoch veröffentlichte Amnesty den jüngsten Bericht zu Syrien, der das Ausmaß der Gewalt im dortigen Bürgerkrieg dokumentiert. Brutaler kann eine Regierung kaum gegen Demonstranten vorgehen. Den momentanen Kämpfen in Aleppo gingen monatelang friedliche Proteste voraus, die immer wieder von Sicherheitskräften und regierungsnahen Truppen blutig niedergeschlagen wurden. Zahlreiche Menschen wurden dabei getötet und Hunderte verletzt, darunter unbewaffnete Demonstranten und auch unbeteiligte Zivilisten und Kinder. Verwundete, die ins Krankenhaus gingen, liefen immer wieder Gefahr, dort von Regierungstruppen verhaftet und gefoltert zu werden. Ärzte und Krankenschwestern, die Verletzte behandelten, wurden oft selbst Opfer der staatlichen Gewalt. Verhaftete Demonstranten wurden bedroht, misshandelt und in einigen Fällen zu Tode gefoltert. Angehörige wurden gezwungen, den Tod ihrer Familienmitgliedern schriftlich „terroristischen Banden“ zuzuschreiben.

Angesichts der bisher dokumentierten Verbrechen ist vorhersehbar, dass bei der momentanen Offensive der Armee auf Aleppo wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen wird.
> Der vollständige Syrien-Bericht von Amnesty kann hier gelesen werden.