Zelims Confession – Kinoabend am 13.04.2014

goEast 14. FESTIVAL DES MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN FILMS:

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ZELIMS CONFESSION 

Zelim war zur falschen Zeit am falschen Ort: An einer Bushaltestelle in Inguschetien griff eine Polizeistreife den tschetschenischen Flüchtling auf, brachte ihn auf die Wache, nahm seine Personalien auf und ließ ihn wieder gehen. Kurze Zeit später stürmten Sicherheitskräfte die Wohnung seiner Familie. Zelim wurde verschleppt, erniedrigt und tagelang gefoltert, sollte Verbrechen gestehen, die er nicht begangen hatte.

Der Dokumentarfilm von Regisseurin Natalia Mikhaylova ist das Porträt eines Menschen, der sich trotz unfassbaren Leidens unter Folter nicht brechen ließ – und zugleich eine eindringliche Anklage gegen die Exzesse behördlicher Willkür und Gewalt, die im Nordkaukasus immer noch an der Tagesordnung sind.

Deutschlandpremiere:  Sonntag 13.4., 20.00 Uhr
Filmgespräch mit Dr. Vedrin Sahovic, AMNESTY INTERNATIONAL.
Eintritt:  7 EUR / 6 EUR
Festivalzentrum, Casino-Gebäude, Friedrichstr. 22, 65185 Wiesbaden 

Eine Veranstaltung des goEast Filmfestival und AMNESTY INTERNATIONAL Wiesbaden

 

Wir wollen Sie auch auf die weiteren Filme mit menschenrechtsrelevanten Themen bei goEast aufmerksam machen:

WETTBEWERB DOKUMENTARFILM

ISKUSHENIE / VERSUCHUNG / TEMPTATION
Belarus 2013
/ Regie: Viktar Dashuk
83 Min., DCP, Farbe, rus/be OmeU

Künstler gegen Staatsmann – eine alte Opposition. Nur läuft hier vieles anders, denn „hier“ ist Weißrussland. Der eine heißt Lukashenko, der andere ist einer der großen politischen Dokumentaristen des Landes: Viktar Dashuk. Es sind zwei stolze und eitle Männer, deren Biografien sich überkreuzen und in die Quere kommen. Denn seit Lukashenko an der Macht ist und bei Wahlen regelmäßig 90 Prozent der Stimmen erzielt, ist Dashuk aller institutionalisierter Produktionsmöglichkeiten beraubt. Er hat sich und seiner Familie ein Haus gebaut und versucht, dem Leben nach überwundener Krankheit und in der inneren Verbannung einen Sinn zu geben. Ein Film über Unsterblichkeit. Darüber, was bleibt.
Deutschlandpremiere
Caligari: 11.04 / 16:00 Uhr
Festivalzentrum: 12.04 / 18:00 Uhr                                                 

JUDGEMENT IN HUNGARY / URTEIL IN UNGARN / JUDGEMENT IN HUNGARY
Ungarn, Deutschland 2013
/ Regie: Eszter Hajdú
107 Min., DCP, Farbe, rum OmeU

2008 und 2009 überfielen rechte Extremisten in Ungarn mehrere Roma-Dörfer. Sechs Menschen starben, darunter ein fünfjähriges Kind. Gegen vier Verdächtige wurde Anklage erhoben. Der Film dokumentiert den zweieinhalbjährigen Prozess: In dem engen Gerichtssaal entspinnt sich ein hochintensives Kammerspiel, das viel über die tief sitzenden Ressentiments gegenüber Roma und Juden in Ungarn erzählt. Der Richter präsentiert sich als Hardliner der Ordnung und ist ebenso schnell von der Emotionalität der Roma-Zeugen genervt wie von der Kaltblütigkeit der Gegenseite. Doch je länger sich der Prozess hinzieht, umso mehr bröckelt seine Autorität. Müssen die Roma am Ende um ihr Recht fürchten?
Deutschlandpremiere
Caligari: 12.04. / 15:30 Uhr
Festivalzentrum: 13.04. / 16:00 Uhr

VALEA PLÂNGERII / TAL DER TRÄNEN / VALLEY OF SIGHS
Rumänien 2013
/ Regie: Mihai Andrei Leaha, Andrei Crişan, Iulia Hossu
57 Min., Blu-ray, Farbe, rum OmeU

1941 wurde Transnistrien, damals Teil der UdSSR, von deutschen und rumänischen Truppen besetzt. Neben zahlreichen Juden wurden etwa 25.000 Roma aus Rumänien dorthin deportiert und in elenden Behausungen, meist ohne Nahrung und Winterkleidung, gefangen gehalten – eine Vernichtung auf Zeit. Die Hälfte von ihnen verhungerte, erfror, starb an Typhus oder fiel willkürlichen Gewaltakten zum Opfer. VALLEY OF SIGHS ist ein vielschichtiges filmisches Denkmal für die Opfer jener fast vergessenen Episode des Holocaust. Mit Interviews, Armee- und Polizeiberichten sowie Bildern der heute idyllischen Orte und Landschaften nähert er sich dem unfassbaren Grauen an.
Deutschlandpremiere
Caligari: 12.04. / 14:00 Uhr
Festivalzentrum: 13.04. / 18:30 Uhr

OUT OF COMPETITION

UKRAINE_VOICES / UKRAINE_STIMMEN / UKRAINE_VOICES
Ukraine 2014
Regie: Nadia Parfan, Maria Stoyanova
8 Kurzfilme, 78 Min. Gesamtdauer, DCP, Farbe, ukr/rus OmeU

Die Ereignisse in der Ukraine überstürzen sich. Der hochaktuelle Omnibusfilm zeigt ambitionierte Menschen zwischen Vision und Zivilcourage: Ein orthodoxer Bischof wird zum LGBT-Aktivisten. Ein Tierschützer aus dem Naturschutzgebiet Askania Nowa marschiert zum Kiever Maidan. Dort überzeugt eine Demonstrantin ihr gepanzertes Gegenüber, dass Härte und Haltung innere Werte sind. Einer lebt als urbaner Nomade ohne ID, ein anderer geht für seine Rechte bis zum Europäischen Gerichtshof. In einem orthodoxen Kosaken-Camp werden Jugendliche zur militarisierten Heimatsverteidigung ausgebildet. Ein Spektrum ideologischer Zerrissenheit, das dieses unabhängige Filmprojekt kaleidoskopartig vorführt.
Deutschlandpremiere
Caligari: 10.04. / 22:00 Uhr
Kino DFM, Ffm: 11.04. / 18:00 Uhr 

SPECIALS: Festivalpräsentation Astra Filmfestival Sibiu

BLESTEMUL ARICIULUI / THE CURSE OF THE HEDGEHOG
Rumänien 2004
/ Regie: Dumitru Budrala
93 Min., Blu-ray, Farbe, rum OmeU

Ein Jahr lang hat der Filmemacher Dumitru Budrala das Leben einer weitverzweigten Roma-Familie dokumentiert. Sie gehört zu den Baiesi, einer Gruppe der Roma, die in extremer Armut lebt. Im Winter ziehen sie von ihrem Wohnsitz in den Südkarpaten in die Dörfer ins Tal, um Handgemachtes zu verkaufen oder gegen Essen einzutauschen. Diese Touren sind für sie überlebensnotwendig, da sie kein anderweitiges Einkommen haben – im Gegensatz zu den „reichen“ Baiesi im Dorf, die ihr Geld mit unechtem Schmuck im Ausland machen. Der Film vermittelt deutlich den Schmerz derer, die am Rande der Gesellschaft leben – aber auch den Humor, mit dessen Hilfe sie ihr Leben meistern.
Festivalzentrum: 10.04. / 18:00 Uhr 

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